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500 € Strafe

Oder: Planänderung ohne Reue

Ab 10:00 kommt nennenswerter Wind auf. Vorher bekommt man sein Zeug aber eh nicht entspannt gepackt und verzurrt. 

Wohlgemerkt: man ist direkt an einem Traumstrand. Wenn man sich keinen Streß macht, dann ist das Rödeln an einer so schönen Stelle definitiv Urlaub und keine Arbeit!

Elsa hat Geburtstag, ich, Thomas dagegen kaum Empfang und Strom: eine herzliche, aber kurze Whats App muss dieses Jahr reichen…

Ableger, gegen die Angst, Prost.

Der Laser ist stets ca. 10 % schneller als der Topper. Gegen Mittag wurde der Wind kalt. Ich, Thomas, kann es keinen Schlag länger erwarten, in Güstrow anzulegen, weil ich erschöpft und leicht ausgekühlt bin. Man muss sich so alle halbe Stunde mal auf dem Wasser treffen, um sich abzustimmen. Da gibt es ein erstes und einziges Missverständnis im Team: weil der Laser zu weit vorgefahren ist und von der „Not“ des Hintermann nicht rechtzeitig mitbekommt. Kein Ding, der Laser wendet, sucht nach dem „verschollenen“ Topper und nach 5 Schreckminuten ist alles mit einem Anleger (Flachmann mit Whiskey und Flachmann mit Marille - mal gegen die Angst und mal gegen die Kälte) lachend erledigt. 

Jetzt erst mal Backfisch und planen, wie man weiter macht. Zingst wäre bei gutem Wind vielleicht noch erreichbar gewesen - aber eben nur vielleicht. 

Wildes Campen kommt nicht mehr in Frage, wie wir erfahren: 500 € Strafe. (Nur gut, dass wir das die erste Nacht nicht wussten.) 

Wüstrow hat keine freien Zimmer in unserem Budget. HRS, booking... alles zu weit weg, preislich und in Metern.

Apropos: ist wer schon mal im Neopren-Style ins Dorint-Hotel und hat nach einem Zimmer gefragt? Die haben vielleicht komisch gekuckt…

Entscheidung: zurück segeln und bei einem der 3 Campingplätze in Diershagen unser Glück versuchen und vielleicht grillen.

Grillen? Wo kriegen wir denn jetzt Würstchen her? Bratwurststand, 6 tiefgekühlte mit Brötchen, Wucher.

Es wird mit 19:00 recht spät, wir finden den Dünendurchgang zum Campingplatz nicht exakt. Beim Schleppen des Gepäcks denken wir: die anderen dürfen eh gerade wegen Corona nicht in die Muckibude… Da tun die Muskeln von der Schlepperei nur noch halb so weh.

Kohle für unsere Würstchen will uns keiner verkaufen, überhaupt wirken die Camper hier alle etwas wortkarg. Ist das in der ehemaligen DDR so?

Egal, ist eh spät und wir sind erschöpft. Die Pizzeria hat noch auf - und die Würstchen sind ja tiefgekühlt ;-)